E x l i b r i s

Der Name Exlibris leitet sich aus dem Lateinischen (aus den Büchern) ab und ist sehr häufig die erste Zeile auf jenen kleinen Zetteln, die als Bücherzeichen, Bucheignerzeichen oder Bibliothekszeichen auf den Innenseiten von Bucheinbänden zu finden sind. Sie tauchen am Ende des 15. Jahrhunderts zum ersten Mal in gedruckter Form als Holzschnitte auf, wurden später als Kupferstiche angefertigt und haben bis in unsere Zeit immer wieder Künstler unterschiedlichster Richtung gereizt.

In vielen Ländern bestehen Vereine von Exlibris-Sammlern, in Deutschland z.B. die Deutsche Exlibris-Gesellschaft, im selben Jahr (1891) gegründet wie die englische Exlibris Society. Viele große Bibliotheken haben umfangreiche Exlibris-Sammlungen, darunter das Britische Museum zu London mit über 100.000 Exemplaren, das Gutenberg-Museum in Mainz (über 50.000) und die Bayerische Staatsbibliothek zu München (ca. 12.000). Die Staatsbibliothek zu Berlin bewahrt in ihren Beständen etwa 50.000 Exlibris auf.

Das von Albrecht Dürer 1504 für Willibald Pirckheimer geschaffene Exlibris, aus dem die Freunde der Staatsbibliothek ihren Reihentitel Sibi et Amicis entnommen haben, gehört zu den frühesten Exlibris in Deutschland. In den obersten drei Zeilen steht der Leitspruch "Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herren" nach Psalm 111, Vers 10 / Sprüche 9, Vers 10: "Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang" in Hebräisch, Griechisch und Latein. Darunter zeigt es, von Girlanden umrahmt den gewählten Text Sibi et amicis (P.=Pirckheimers), darunter von Putten getragen die Ehewappen Willibald Pirckheimers und seiner Frau Crescentia Rieters.

Exlibris enthielten neben dem Namen des Besitzers und den Wörtern Ex libris ursprünglich überwiegend Wappen, später dann immer häufiger Dinge, die mit dem Besitzer des Buches in Verbindungen standen: Bibliotheken, Studierzimmer, bestimmte Personen, Tiere, Pflanzen oder Landschaften.

Die Eule als Zeichen der Weisheit, aber auch der Vergänglichkeit und des Todes, taucht in verschiedenen Kontexten in Exlibris auf. Da sie das Logo der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin darstellt, ist hier eine kleine Auswahl solcher Exlibris zusammengetragen. Wer weitere zauberhafte Exlibris zu diesem Thema sehen möchte, greife bitte zu dem Bändchen "Eulen Exlibris" von Andreas & Angela Hopf im Ullstein-Verlag, Frankfurt 1980.

Die hier ausgewählten Bilder stammen von den folgenden Künstlern: Ludwig Hohlwein (für J.A. Campbell), Bruno Héroux (1905 für Walter Mendelssohn), Georg Barlösius (für Auguste Felsing), Norbert H. Ott (für Paul Ultsch), Wilhelm Busch (1899 für Friedrich Warnecke) und Martin Thiele (1903 für Max Thiele). Sie stammen aus der Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin.