2008/2009

Nachlass
Dietrich Bonhoeffer

Nachlass Dietrich Bonhoeffer um 52 Briefe, 25 Postkarten und Lebensdokumente aus Privatbesitz ergänzt, geschädigte Dokumente restauriert – der Dank gilt 94 Spendern

+
Dietrich Bonhoeffer mit Konfirmanden im Harz 1932
+
Gedicht "Wer bin ich?" von Dietrich Bonhoeffer, Seite 1
+
Dietrich Bonhoeffer im Hof des Gefängnisses in Berlin-Tegel

Zu Beginn des Jahres 2009 gingen die Staatsbibliopthek zu Berlin und die Freunde der Staatsbibliothek an die Öffentlichkeit: 196 Dokumente des Nachlasses Dietrich Bonhoeffer mit knapp 2.000 Blättern – das ist ein Fünftel des Nachlasses – müssen dringend restauriert werden. Die Schadensbilder reichten von Rissen, Knicken, Stauchungen und abgerissenen Dokumententeilen über Roststellen durch Klammern, gelöste Heftungen und Fehlstellen, Verhärtungen und Verfärbungen durch Tesafilme sowie drohenden Tintenfraß bis hin zu Säurefraß am Papier.

Dietrich Bonhoeffer, geboren am 4. Februar 1906, war einer der Leitfiguren des Protestantismus im 20. Jahrhundert in Deutschland und in der gesamten angelsächsischen Welt. Als herausragender Vertreter der Bekennenden Kirche erklärte er das Christentum als unvereinbar mit der NS-Rassenideologie. Seit 1940 engagierte er sich im Widerstand, 1943 wurde er in Berlin verhaftet. Kurz vor Kriegsende wurde Dietrich Bonhoeffer, gerade 39 Jahre alt, im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Den Nachlass Dietrich Bonhoeffer erwarb die Staatsbibliothek zu Berlin im Jahr 1996 aus dem Besitz des Theologen und Pastors Eberhard Bethge (1909-2000), dem von Bonhoeffer testamentarisch als Erben eingesetzten Freund und Weggefährten, und dessen Frau Renate, einer Nichte Bonhoeffers.

Mit Spenden aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, den USA und Kanada wurde die Restaurierung ermöglicht sowie um autographe, teils noch unbekannte Dokumente ergänzt: Aus Familienbesitz kaufte die Staatsbibliothek dank weiterer Zuwedungen 40 Briefe und 25 Postkarten, welche von Dietrich Bonhoeffer verfasst wurden, sowie 12 Briefe von der Hand seiner Braut, Maria von Wedemeyer.

Der Vorsitzende der Freunde der Staatsbibliothek, Klaus G. Saur, und die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, bedanken sich bei den 94 Privatpersonen, Stiftungen und Firmen, die mit ihren Spenden vollständig die Restaurierung der geschädigten Dokumente des Nachlasses sowie seine Ergänzung mit den Briefen ermöglichten.

Weiterführende Infromationen zum Nachlasse Dietrich Bonhoeffers in der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie hier: